Anschlagsklatscher: Die Verlierer der Globalisierung

Was für den Populisten der sogenannte „Bahnhofsklatscher“, ist für den vom Populisten so genannten „Gutmenschen“ der „Anschlagsklatscher“. Jener wünscht sich Anschläge auf die Zivilgesellschaft, um sich mit den Terroristen gegen die Humanität und gegen seine eigenen Landsleute zu verbrüdern. Diese Anschlagsklatscher sind eigentlich bedauernswert, denn sie sind die eigentlichen Verlierer der Globalisierung.

 

Begründung:

Sie gehen dem Trugschluss auf den Leim, dass sich mit dem Rückzug in die beschauliche nationale Blase das Anklopfen der Globalisierung aufhalten ließe. Da mittlerweile der Terror global geworden ist, haben die Populisten hierzulande einen Verunsicherungsrückstand aufzuholen, den sie in der Kürze der Zeit nur als 100-Meter-Lauf absolvieren können.

Deshalb überschlagen sie sich in Gehässigkeiten, scheinen sich Anschläge als soziales Reinigungsmittel quasi so zu wünschen wie sich einer verblendete Kunstelite den Ersten Weltkrieg wünschte.

Ist es für die USA zum Beispiel, ein Land mit großer liberaler Tradition, so Sitte, im bedrohlichen Ernstfall den Schulterschluss aller in einer Zivilgesellschaft zu suchen, so sorgen die Überreaktionen der Abgehetzten und Besorgten für eine große Desolidarisierung mit den eigenen Nachbarn im Land.

Kein Wunder: Anonymität heißt auch, dass manchen der seltsame ältere Herr aus dem selben Hausaufgang schon so fern ist wie ein Syrer. Sie halten damit sogar diejenigen in Schach – und von der Arbeit ab – deren Job jetzt gerade und immer mal wieder der kühle Kopf in Krisenzeit, das rationale Sortieren in emotional überfrachteten Situationen ist.

Solche Gaffer und Anschlagsklatscher sind die eigentlichen Verlierer, die sich zudem zu Vollendern derjenigen Verliererschaft machen, die die Terroristen ihnen aufdrücken wollen. Verliererkarrieren machen es wahrscheinlicher, dass man meckernd und handlungsgehemmt, rein konsumierend, auch noch neben dem Schrecken, neben gerade überfahrenen Frauen und Kindern stehen kann, ohne Pietät, ohne Nöte, ohne Schweigen zu müssen.

Zu Gaffern hat sie ihre mangelnde Medienkompetenz gemacht. Sie fluten die sozialen Netzwerke, manche haben sie erst vor kurzem für sich entdeckt und igeln sich in aller Öffentlichkeit in Hass ein, der lieber privat bleiben sollte, der öffentlich geäußert mitunter justiziabel sein kann.

Viele von denen sind unsere nomadischen Wege, die Wege von digital natives, nicht mitgegangen, haben nie erlebt, wie aus einem Marktplatz namens StudiVZ ein Friedhof wird. Und solche Leute wollen uns erzählen, dass die mediale Umgebung einen manipuliere?

Und nun treten sie auf, instrumentalisieren das Leid der Opfer und Angehörigen gegen deren Willen für ihre Agenda, die die Inhumanität perpetuiert. Sie sind die geistigen Globalisierungsverlierer.

Sie haben verloren, weil sie jedesmal, wenn sie in den Urlaub fliegen, vergessen, dass Mobilität in einer Welt ohne Mauern keine Einbahnstraße sein kann und offene Grenzen keinen semipermeablen Membranen sind, die zuverlässig das Böse rausfiltern. Besser ist das wohl, vor manchem Touristen könnte sich sonst bei der Rückreise der Schlagbaum senken.

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